Superfoods: Was steckt wirklich dahinter?

15. April 2020 Lesezeit: 3 Minuten von Markus

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Superfoods: Was steckt wirklich dahinter?
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Was ist Superfood überhaupt?

Superfoods sind Lebensmittel – meist pflanzlicher Herkunft, aber auch einige Fische und Milchprodukte -, die als nährstoffreich und damit als gesund gelten. Blaubeeren, Lachs, Grünkohl und Acai sind nur einige Beispiele für Lebensmittel, die die Gesellschaft als “Superfood” bezeichnet. Es gibt jedoch keine festen Kriterien was ein Superfood ist und was nicht. Der Begriff Superfood wird teilweise eher als Marketingbegriff für Lebensmittel genutzt, die dir gesundheitliche Vorteile bieten können.

Superfoods enthalten eine Vielzahl von Nährstoffen, wie z.B. Antioxidantien, die eine positive gesundheitliche Wirkung aufweisen können. Weiterhin enthalten sie Ballaststoffe, die Verdauungsprobleme verhindern sollen und Phytochemikalien (die Chemikalien in Pflanzen, die für intensiven Farben und Gerüche verantwortlich sind) die für zahlreiche gesundheitliche Vorteile sorgen können. 

Der Verzehr von Lebensmitteln, die mit Nährstoffen gefüllt sind (wie viele sogenannte Superfoods), ist sicherlich eine gute Idee, aber der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung ist ein ganz anderer. Wichtig ist es eine Vielzahl von nahrhaften Lebensmittel in den richtigen Mengen zu konsumieren, statt nur wenige “Nährstoffbomben”.

 

 

Beliebte Superfoods

 

Superfood

 

Heidelbeeren

Stehen oft an der Spitze vieler Listen von Superfoods, weil sie reich an Vitaminen, löslichen Ballaststoffen und Phytochemikalien sind. Aber die gleichen Nährstoffe wie in Heidelbeeren sind auch in vielen anderen Beerenarten enthalten, darunter Erdbeeren und Preiselbeeren. Aber kann die kleine Beere wirklich den ersten Platz einnehmen, nur weil sie häufiger untersucht wurde, als andere?

 

Grünkohl

Wird dem Hype gerecht, den er als Superfood angezogen hat. Ähnlich ist es aber auch bei den meisten anderen dunklen, grünen Gemüsesorten. Zu denen gehören der schweizer Mangold, Kohl, Spinat und Kohlköpfe.

Nimm auch Brokkoli in diese Liste auf. Er gehört zur Familie der Kohl-Senfsorten.

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Die moderne Version baut man wegen seiner Blüte statt seiner Blätter an. Dieses dunkle Gemüse ist mit den Vitaminen A, C und K sowie Ballaststoffen, Kalzium und anderen Mineralien ausgestattet.

 

Süßkartoffeln und Kürbis

Sind in der Regel auch auf der Superfood-Liste, aus ähnlichen Gründen wie bei Blattgemüse. Beide Arten von Lebensmitteln sind ausgezeichnete Quellen für Ballaststoffe, Vitamin A und vieles mehr. Sie sind auch von Natur aus süß und benötigen keine Butter, Sahne oder Salz, wie sie normalerweise Kartoffeln zugesetzt werden.

 

Bohnen 

Bohnen sind eine Quelle für fettarmes Protein. Diese Goldstücke der Nahrungsmittel enthalten unlösliche Ballaststoffe, die den Cholesterinspiegel senken, lösliche Ballaststoffe, die ein längeres Gefühl der Sättigung vermitteln und viele Vitamine und Spurenelemente, die in der typischen Ernährung oftmals fehlen, wie beispielsweise Mangan. 

 

Vollkorn

So genannt, weil sie im Gegensatz zu raffinierten Körnern nicht von ihrer nährstoffhaltigen Kleie befreit werden und während der Verarbeitung keimen haben ähnliche Vorteile wie Bohnen, obwohl sie nicht so viel Protein enthalten. Quinoa ist kein Getreide, aber es kocht wie eines und ist auch eine bemerkenswerte Quelle für Proteine, Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Antioxidantien.

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Nüsse und Samen

Enthalten einen hohen Anteil an Mineralien und gesunden Fetten. Obwohl dies häufige Ergänzungen auf Superfood-Listen sind, ist der Nachteil, dass sie einen hohen Kaloriengehalt haben. Eine schnelle Handvoll Nüsse könnte mehr als 100 Kalorien enthalten. Geschälte Nüsse und Kerne sind in dieser Hinsicht ideal, weil sie im Körper langsamer verdaut werden und somit eher das Sättigungsgefühl hervorrufen.

 

Lachs, Sardinen, Makrele

und einige andere fetthaltige Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Wenn du dir Sorgen um die Verunreinigungen deines Fisches machst, mach folgendes: vermeide es Fisch zu essen, der ganz oben in der Nahrungskette steht und den der Großteil der Bevölkerung konsumiert. 

Bestimmte Fische, wie Haie, Schwertfische, Königsmakrelen und Tilefische, enthalten einen höheren gesundheitsschädigenden Quecksilbergehalt als kleinere Fische, wie Sardinen, Stint und Sardellen, darauf solltest du achten.

 

 

Jede Superfood-Liste enthält sicher eine “exotische Frucht”. 

Dies können Acai-Beeren, Noni-Früchte, Drachenfrüchte, Rambutan oder Granatapfel sein. Diese Früchte mögen gesund sein, aber wissenschaftliche Studien zeigen nicht, dass sie gesünder sind als andere, weniger exotische (und daher preiswertere) Früchte wie Heidelbeeren. 

Bei einigen dieser Früchte können bestimmten Nährstoffarten besonders dicht sein, wie bspw. bei Granatäpfeln. Aber auch rote Himbeeren enthalten Ellagsäure und sind wohl mindestens genauso lecker sind wie Granatapfelsamen.

 

 

Kritik an der Begrifflichkeit “Superfood”

Wissenschaftler behaupten, dass die Verwendung des Begriffs “Superfood” weitgehend ein Marketinginstrument ist und keine Wurzeln in der akademischen Forschung hat. 

Eine weitere allgemeine Kritikpunkt bei der Verwendung des Begriffs “Superfood” ist, dass das Lebensmittel selbst zwar gesund sein kann, die Verarbeitung aber nicht. Zum Beispiel, wenn grüner Tee frisch gebraut wird, enthält er mehrere Antioxidantien. Kommerziell hergestellte Grüntees in Flaschen sind jedoch oft mit minderwertigen Tees kombiniert und mit reichlich Zucker gebraut. Viele Arten von “Supersäften”, die aus Acaibeere, Noni-Frucht und Granatapfel gepresst werden, können auch große Mengen an zugesetztem Zucker enthalten.

Volkorngetreide wird oft so verarbeitet, dass es schmackhafter ist, aber dafür weniger gesund. Zum Beispiel sind feine Versionen des Vollkornhafers so ungesund wie übermäßig verarbeitetes Weißbrot, dadurch, dass sie nach dem Verzehr den Blutzuckerspiegel schnell nach oben schießen lassen. 

 

“Superfood” sollte nicht Deine einzige Nahrungsquelle sein

Da der Begriff “Superfood” kein wissenschaftlicher Begriff ist, kann er die Verbraucher irreführen und sie veranlassen, eher eine Art von Lebensmitteln gegenüber einer anderen zu essen. 

Wenn wir diese Lebensmittel als “super” und “gesund” bezeichnen, denken die Menschen, dass sie sie in unbegrenzten Mengen essen können. Aber man muss auf die Menge achten, die man isst, denn man kann auch durch “Superfoods” fett werden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die ideale Ernährung eine weitgehend pflanzliche ist, mit einer Vielzahl von Obst, Gemüse, Vollkorn und gesunden tierischen Produkten. Superfoods könnten ein guter Einstieg in eine gesunde Ernährung sein. Das Verständnis über die Nährwerte eines Lebensmittel kann sehr aufschlussreich sein. Trotz dessen sollte man sich aber auch mit anderen Lebensmittel beschäftigen,  auch wenn niemand sie “super” nennt.

 

 

Quellen:

  • http://infobunny.com/what-are-superfoods-2018/
  • https://www.nm.org/healthbeat/healthy-tips/nutrition/superfoods-through-the-decades
  • https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/superfoods/
  • https://www.health.harvard.edu/blog/10-superfoods-to-boost-a-healthy-diet-2018082914463

 

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FAQ

Was sind Superfoods?
Als Superfoods bezeichnet man spezielle Lebensmittel, welche gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen können, da sie über zahlreiche Vitamine verfügen und viele nährstoffreiche Inhaltsstoffe besitzen können.
Welche Lebensmittel gehören zu den Superfoods?
Zu den sogenannten Superfoods gehören beispielsweise: rohe Nüsse, Beeren, Lachs, Bohnen, Brokkoli, Quinoa oder grüner Tee.
Was sind die Vorteile von Superfoods?
Den Superfoods werden eine große ernährungsphysiologische Wirkung nachgesagt. Sie sind eine hervorragende Quelle für Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und andere Nährstoffe.
Kann man zu viele Superfoods zu sich nehmen?
Zu viel von etwas Gutem zu nehmen kann auch schlecht sein. Zu viel Vitamin C ist schlecht für den Magen. Zu viel Vitamin A kann negative Auswirkungen auf die Leber haben. Deshalb gilt auch bei Superfoods: Nimm sie in in Maaßen zu dir, nicht in Massen!
Gibt es ein bestimmtes Superfood, was besonders gesund ist?
Bei der großen Anzahl an Superfoods ist es schwierig einzuschätzen, welches Nahrungsmittel die meisten ernährungstechnischen Vorteile aufweisen kann. Ein möglicher Kandidat für das "beste Superfood" kann allerdings das dunkle Blattgemüse sein. Es ist eine ausgezeichnete Quelle für Nährstoffe wie Folat, Zink, Kalzium, Eisen, Magnesium, Vitamin C und beinhaltet zahlreiche Ballaststoffe.
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